Verbandsgemeinde Birkenfeld führt digitales Energiemanagement ein

Durch ein Pilotprojekt, das vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität gefördert wird, kann die Verbandsgemeinde Birkenfeld 90% ihres Energiebedarfs digital erfassen und überprüfen. Verwendet wird die drahtlose LoRaWAN-Technik, die für Low Range Wide Area Network steht und besonders energieeffizient und strahlungsarm Daten überträgt. An den 16 Gebäuden mit dem höchsten Energieverbrauch wurden Sensoren installiert, die im Viertelstundentakt Energiedaten übertragen, die dann über intelligente Zähler und die Software EKOMM abgelesen werden können. Dadurch ist die händische Ablesung von Zählern nicht mehr nötig und überhöhte Verbräuche können wesentlich schneller identifiziert werden. Wenn also bspw. eine Toilettenspülung defekt ist, wird der ungewöhnlich hohe Wasserverbrauch über ein Alarmierungssystem in kürzester Zeit per Email oder SMS an die Verantwortlichen gemeldet, die den Schaden dann schnell beheben können. „Da wir auch den Strom- und Wärmeverbrauch überwachen können, rechnen wir damit, dass wir durch diese noch relativ neue und intelligente Technologie mindestens 10% unseres Energieverbrauchs einsparen können“ freut sich Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Bernhard Alscher.
Darüber hinaus wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfasst, die durch Photovoltaik-Installationen und andere Anlagen produziert wird. Auch Kosten und CO2-Emissionen werden vom Software-System angezeigt, so dass sich jeder Nutzer schnell einen Gesamtüberblick verschaffen kann. Zugriff auf die Anwendung haben zukünftig sowohl das Bauamt als auch die verschiedenen Akteure in den Gebäuden, wie Hausmeister an den Schulen. Nach einer ersten Testphase mit den Gebäuden, die den höchsten Energieverbrauch haben, können weitere Liegenschaften problemlos ins Energiedatenmanagement aufgenommen werden.

Von den Erfahrungen in Birkenfeld sollen auch andere Gemeinden profitieren. Die Verbandsgemeinde Herrstein/Rhaunen, die das Pilotprojekt zusammen mit Birkenfeld entwickelt hat, kann sich bei der Installation der LoRaWAN-Technik die ersten Erfahrungen aus Birkenfeld zu Nutze machen. Durch einen regelmäßigen, intensiven Austausch der Nachbar-Verbandsgemeinden wird die Nutzung des Energiemanagements ständig optimiert. Viele weitere Gemeinden haben bereits Kontakt aufgenommen und Interesse an der neuen Technik gezeigt. Um diesen Interessenten eine Umsetzung zu erleichtern, wurden die Erfahrungen aus Birkenfeld und Herrstein/Rhaunen auch schriftlich dokumentiert.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt und begleitet den Prozess. Für alle Interessierten liefert die Veröffentlichung „Energiedatenmanagement in der Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald“, die im Internet frei verfügbar ist, detaillierte Informationen zum Projekt. Langfristig soll das intelligente Energiemanagement deutschlandweit ausgerollt werden. Dies geschieht u.a. über das Projekt „Open Meter“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Die Fotos habe ich gemacht. „Der ehemalige Energiemanagementbeauftragte der VG Birkenfeld, Christoph Benkendorff, erklärt die Funktionsweise von LoRaWAN.“ und „Vertreter der Verbandsgemeinden Birkenfeld und Herrstein/Rhaunen entwickeln das Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz.“ Da diese Kelleraufnahmen keine gute Qualität haben, anbei noch das Deckblatt von der im Text erwähnten Broschüre. Das Logo vom MKUEM werden Sie wahrscheinlich nicht unterkriegen…

Deckblatt Broschüre Energieagentur

Der ehemalige Energiemanagementbeauftragte der VG Birkenfeld, Christoph Benkendorff, erklärt die Funktionsweise von LoRaWAN.

Vertreter der Verbandsgemeinden Birkenfeld und Herrstein/Rhaunen entwickeln das Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz.